Die Entwicklung des
Boule-Clubs 1966 Saarlouis
Die Gründung
Der BC 66 Saarlouis von 1976 bis 1986
Turniere am 1. Mai
Mitgliederstatistik
Erfolge BC 66 SLS
Die Gründung des BC 66 SLS 1966
Als der Boule-Clubs 1966 Saarlouis 1966 von sieben jungen Männern im damaligen Ausflugsrestaurant „Kater-Turm" ins Leben gerufen wurde, war Boule oder Petanque, wie das faszinierende Spiel mit den Stahlkugeln in Frankreich auch heißt, in der Kreisstadt so gut wie unbekannt. Beim Urlaub im Nachbarland hatten es ein paar Saarlouiser zwar auch kennen gelernt, ihren Kindern mal bunte Kugeln aus Plastik zum Spielen am Strand gekauft, aber das war auch schon alles.
Nach der Gründung des Boule-Clubs 1966 Saarlouis gewann das Kugelspiel schnell an Popularität in der Kreisstadt. Schon Ende des Jahres hatte der Verein beachtliche 60 eingeschriebene Mitglieder. Es gab damals auch keine „Karteileichen". Alle waren aktiv, mit größtem Eifer bei der Sache. Die ersten vereinsinternen Turniere wurden ausgetragen, Vereinsmeister gekürt.
Zehn Jahre nach der Vereinsgründung pendelte sich der Mitgliederstand auf 70 Aktive ein, die aus allen Stadtteilen und aus Nachbargemeinden zum Stadtgarten kamen und an jedem Wochenende, auch bei Regen, Schnee und Eis, auf den Bouleplätzen die Kugeln warfen, leidenschaftlich um jeden Punkt, jeden Millimeter kämpften.

1966: Von links: Werner Gretscher,
Sommerfest 1967. Von links: Willi Amann (l. Vorsitzender),
Willi Amann (der erste Vorsitzende),
Hermann Spoo (Ehrenvorsitzender),
Helmut Bohr
Guido Sasso-Sant, Manfred Speicher
Der BC 66 SLS von 1976 bis 1986
Das zweite Jahrzehnt brachte dem Verein wohl seine bewegtesten Jahre, und zwar in vielerlei Hinsicht. Zum einen vollzog sich ein tief greifender Wandel in der Mitgliederstruktur: Die Gründungsmitglieder und Spieler/innen der l. Stunde zogen sich mehr und mehr zurück, neue Mitglieder gaben dem Verein ein neues Gesicht. Damit einher ging eine beträchtliche Steigerung der Mitgliederzahl.
Ein ganz wesentliches Merkmal dieser Zeit war die Öffnung nach außen: Zunächst „traute" man sich ins benachbarte Frankreich, wo ein intensiver Austausch mit den Boulefreunden aus Creutzwald begann. Weiterhin erfolgte - bedingt durch die Gründung des Landesverbandes - eine rege Teilnahme an Turnieren auf Landesebene, verbunden damit natürlich auch die Ausrichtung großer Turniere zu Hause. Den Höhepunkt dieser Entwicklung bildeten unvergessene Fahrten zu Turnieren und Meisterschaften auf Bundesebene. Namen von Spielorten wie Singen, Rastatt, Raunheim, Freiburg u.v.a. sind schon fast zur Legende geworden. Voraussetzung hierfür war die Anbindung des Landesverbandes an den Deutschen Petanque-Verband.
Diese Orientierung zog eine weitere bemerkenswerte Entwicklung nach sich: Bei vielen Spielern lag der Schwerpunkt nun nicht mehr im heimisch-familiären Spiel, sondern im sportlichen Bereich. Die traurige Folge war, dass der heimatliche Boule-Platz sonntags - früher der Spieltag - zunehmend verwaiste. Der positive Aspekt waren natürlich eine beträchtliche Steigerung des Spielniveaus und eine ganze Reihe sportlicher Erfolge auf Landes-, Bundes- und internationaler Ebene.
Ein Glücksfall für den Verein war eine in diesem Zeitraum zahlreiche und spiel begeisterte Jugend. Deren erfolgreiche Integration in Spielbetrieb und einfühlsame Hinführung zu Turnieren und Meisterschaften brachte einige überragende Spielerpersönlichkeiten hervor. Bei allen Jugendlichen handelte es sich übrigens um Kinder von aktiven Mitgliedern
Spielte man die ersten 10 Jahre noch in beschaulicher Runde auf dem ebenso beschaulichen wie kleinen - aber umso gemütlicheren Platz - am alten Katerturm, so entstand 1979 nur wenige Meter weiter im Stadtgarten ein neuer Platz. Großzügig, mit Flutlicht und Clubhaus war er bestens geeignet für boulistische Großereignisse. Seine Lage mitten im Park und mit unbegrenzten Spielmöglichkeiten auf dessen Wegen auf vielfältigstem Terrain machte ihn zu einem der schönsten und beliebtesten Bouleanlagen in Deutschland.

| 1979: Das neue Clubhaus im Bau. Dieses wurde zur alleinigen Nutzung dem BC '66 Saarlouis übergeben. Das Häuschen war eine wichtige Grundlage für einen regelmäßigen Spielbetrieb. | 1979: Der neue Platz wird gebaut. Damals war noch Geld in den Kassen der Stadt, die die Anlage finanzierte, jedoch mit der Bedingung, dass die Anlage ein öffentliches Spielterrain sei. |
1. Mai 1980: Einweihung des
Clubhauses. Neuer Platz und neues Haus strahlen
-
wie die Gesichter der Mitglieder - im ersten Frühlingsglanz!
Im vereinsinternen Bereich entstanden in dieser Zeit vielfältige Aktivitäten, die sich übers Jahr verteilten: Winterturnier, Hasenturnier, Clubmeisterschaften, Kirmesturnier und Jahresabschlussfest
Ebenso gepflegt wurden Verbindungen zu ausländischen Nachbarn wie Marmoutier im Elsaß, Mitry-Mory bei Paris und Aubonge in Belgien.
1978: In dieser Zeit, als es noch keine
Turniere auf Landesebene gab,
führte man „Vergleichskämpfe" mit den wenigen
benachbarten Vereinen durch. Hier gewann Saarlouis gegen Saarwellingen 72:8;
über den 1. Preis, ein zünftiges Fässchen Bier, konnten sich gleich alle freuen!
Weiterhin fanden regelmäßig die Stadtmeisterschaften sowie das l. Mai-Turnier statt, welches bald zu einer festen Größe auf Landesebene wurde und auch zahlreiche Teilnehmer aus Belgien, Luxemburg und vor allem Lothringen anzog.
Viele weitere Pokalturniere sowie eine ganze Reihe von Saarlandmeisterschaften richtete der BC 66 Saarlouis in dieser Zeit aus, und man entwickelte darin eine Routine und Zuverlässigkeit, die allseits geschätzt wurde. Unbedingt erwähnt werden müssen jedoch einige Höhepunkte:
1977 ein offizieller Concours de
Petanque der französischen Föderation (Saarlouis war damals als Unterabteilung
des Creutzwalder
Clubs Mitglied - ein absolutes Unikum, heute nicht mehr denkbar!) mit rund 100
Doublettes
1979 die erste
Landesmeisterschaft überhaupt (28 Doublettes, Sieger Finke/Finke Homburg)
1981 Deutsche Meisterschaft mit
71 Triplettes (Hornikkel/Tsuroupa/Tsuroupa aus Berlin vor Saarwellingen!)
1984 die WM-Qualifikation des Bundesverbandes mit 56 Triplettes (Freiburg und Singen qualifizierten sich)
Ein äußerst wichtiges Jahr nicht nur für den Verein, sondern für die gesamte saarländische Boule-Szene sei zum Schluss noch hervorgehoben: 1979 trafen sich auf Initiative des Saarlouiser Clubs sechs Vereine in Völklingen zur Gründung des Saarländischen Boule-Verbandes (SBV). Welch gewaltiger Stein damit ins Rollen gebracht wurde, zeigt die Statistik des Jahres 1996: Aus den sechs Vereinen waren 52 geworden! Übrigens stellte der BC 1966 Saarlouis mit seinem Mitglied Walter Engstler auch den ersten und langjährigen Präsidenten des Landesverbandes.
Eine fast logische Konsequenz dieses Zusammenschlusses war die Einrichtung einer Landesliga im Jahre 1982 mit. Auch hier mischte Saarlouis mit zwei Mannschaften kräftig mit und wurde zweimal Saarländischer Mannschaftsmeister.

1981: Saarlandmeisterschah der Jugend in
Saarlouis.
1982 Saarlandmeister der Jugend im Doublette
in Bous:
1. Platz bis 16 Jahre: Patrick Fritsch/ Stefan Wientjes
bis 12 Jahre: Andreas und Markus Meyer (im Bild rechts)
7. Platz bis 12 Jahre: Stefan Arweiler/Mathias Maurer
bis 16 Jahre: Christof Maurer/Stefan Wientjes (links)
1985
Saarlandmeister im Triplette in
Saarbrücken-Campingclub:
15. Juni 1980
Walter Engstler/ Christof Maurer/ Rolf Thaisne
1984: Saarlandmeister
im Doublette in Saarlouis:
Andre Schmidt/ Robert Fox, Vizemeister: Christof Maurer/ Walter Engstler
Internationales 1. Mai-Turnier
Das traditionelle internationale 1. Mai-Turnier für Doublettes des Boule-Clubs 1966 Saarlouis findet seit vierzig Jahren in ununterbrochener Folge statt, oft verknüpft mit einer Rekordteilnehmerzahl.
Das 1. Mai-Turnier des BC 1966 Saarlouis ist das älteste Bouleturnier in ganz Deutschland.
Den Unterlagen lässt sich entnehmen, dass die Eröffnungsturniere ständig an Zugkraft gewannen. So traten etwa im Jahre 1983 48 Doublettes zum Kampf um die Pokale und Preise an. Fünf Jahre später gab es für damalige Verhältnisse mit 123 Mannschaften ein Rekordmeldeergebnis. 1994 schrieben sich 150 Mannschaften in die Teilnehmerlisten ein, das damit eines der größten Turniere Deutschlands in diesem Jahre war.
Pünktlich zum l. Mai 1995 konnte der Vorsitzende Gerd Meyer den Bouleplatz mit neuem Belag und neuer Einfriedung dem internationalen Teilnehmerfeld präsentieren. Dankenswerterweise führte die Stadt Saarlouis die Renovierungsmaßnahme kurzfristig für das Turnier durch.
Stets bestand zwischen dem Boule-Club 1966 Saarlouis und seinen unmittelbaren Nachbarn aus Lothringen und Luxemburg eine Affinität. Unbeirrt verfolgte der Club die Politik, das l. Mai-Turnier durch die Einladung der Spieler aus den benachbarten Ländern möglichst spielstark zu gestalten und die Spielkultur auf hohem Niveau anzusiedeln.
Erstmals wurde 1994 das Startgeld hundertprozentig ausgeschüttet, und durch Sponsoring erworbene wertvolle Sachpreise im Wert von mehr als 3.000 DM wurden an die Besten überreicht.
Der Vorstand unter Gerd Meyer intensivierte in den folgenden zwei Jahren das Sponsoring für das l. Mai-Turnier durch systematische Vermarktung der Einladungsplakate und durch den Verkauf von Werbeflächen auf dem Boulodrome.

Oberbürgermeister
Dr. Manfred Henrich beim Anboulen
Oberbürgermeister Richard Nospers beim Anboulen
Ein kurzer Blick auf die Mitgliederstatistik lässt erkennen, dass auch der Boule-Club 1966 Saarlouis, wie fast jeder Verein, Höhen und Tiefen erlebt hat. Ende des Gründungsjahres standen rund 60 Mitglieder zu Buch, 1978 erreichte der Club seinen bisherigen Höchststand (78). Die Gründung weiterer Boule-Vereine und Spielgemeinschaften in Saarlouis und Umgebung schlug sich auch beim BC 1966 nieder. Zwischen 50 und 60 Mitglieder zahlten in den folgenden Jahren ihre Beiträge.

Saarlouiser Stadtmeisterschaften
1987; von links:
Die Meyer-Brüder Markus und Andreas, Stadtmeister im Jahre 1989
Andreas Meyer/ Markus Meyer (3. Platz)
Stefan Wientjes/ Gerd Wientjes (hinten) (l. Platz)
Otto Fritsch/ Monika Fritsch (2. Platz)
Gaby Jacquemoth/ Holger Wolf (4. Platz)

1995
3: Die Kasse: Stefan Wientjes mit Schwägerin
Gabi
4: Es gibt Kuchen im Clubhaus: Walter Engstler beim
Naschen; Margit Jaeger-Engstler (links) und Lydia Wientjes freuen sich
über den Schnappschuss.
5: Der Getränkestand: Peter Engstler (links) hat Spaß bei der Arbeit. Bernd
Wirth nimmt Haltung an.
6: Die Hüterin des Schatzes, Petra - das Geschäft läuft offenbar gut - weist
den Jüngsten Alexander ein.

1996links:
Petra Wientjes und Rita Meyer stärken sich.
Markus Meyer und Thorsten Bohnenbergerin der
Turnierleitung.

1996 Auf der Expertenbank von links:
Hans Müller, Gerd Wientjes, Gerhard Trapp und Thorsten Bohnenberger

Mitglieder
1996
Stadtmeisterschaft Mai 1997
Erfolge Boule Club 1966 Saarlouis
1988: Auf
dem Weg zur WM nach Mallorca:
Ilse Maurer und Monika Fritsch qualifizierten sich bei der nationalen Ausscheidung
in St. Wendel als bestes deutsches Doublette.
30.09.1988:
Bei
der WM belegte Monika Fritsch mit Siggi Jacobs unter 19 Teilnehmern den 11.
Rang. Edith Martin war als Betreuerin mitgereist.
Deutsche Meister
| Jahr | Name | Disziplin |
| 1984 | Maria Fox | Einzel |
| 1986 | Christof Maurer | Triplette |
Saarlandmeister
| Jahr | Name | Disziplin |
| 1980 | Walter Engstler / Ludwig Hoeller | Doublette |
| 1983 | Walter Engstler / Christof Maurer / Rolf Thaisne | Triplette |
| 1984 | Robert Fox/Andre Schmidt | Doublette |
| 1985 | Walter Engstler / Christof Maurer / Andre Schmidt | Triplette |
| 1986 | Christof Maurer | Einzel |
| 1987 | Sylvain Malecki / Jean-Marie Malecki / Florant Btinger | Triplette |
| 1988 | Christof Maurer | Einzel |
Saarlandjugendmeister
| Jahr | Name | Disziplin |
| 1981 | Stefan Arweiler/Mathias Maurer | Doublette bis 12 Jahre |
| 1981 | Patrick Fritsch/Stefan Wientjes | Doublette bis 16 Jahre |
| 1982 | Andreas Meyer/Markus Meyer | Doublette bis 12 Jahre |
| 1982 | Christof Maurer/Stefan Wientjes | Doublette bis 16 Jahre |
Saarlandmannschaftsmeister
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Ligamannschaft 1986
Quelle: Chronik BC 66 SLS